D: Weiterhin illegaler Datenhandel
Rubrik: NachrichtenO. Gönner - 2B Advice GmbH - the privacy benchmark
Der NDR konnte ein Jahr nach dem Ankauf von Daten im Internet durch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein immer noch im Internet Millionen von qualifizierten Datensätzen kaufen.
Der NDR hat im Rahmen einer Recherche Daten von 1,5 Millionen deutschen Bürgern angeboten bekommen. Ein Testkauf von 3.000 Daten enthielt neben Name, Anschrift, Telefonnummer und Geburtsdatum auch die Bankverbindung des jeweiligen Betroffenen. Weitere Recherchen haben ergeben, dass die Daten aus Callcentern stammen sollen. Arrangiert wurde das Geschäft über Drittstaaten, die außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums liegen und damit weder den Vorschriften des BDSG noch denen der Europäischen Gemeinschaft (Directive 95/46/EC) unterliegen.
Es liegt allerdings die Vermutung nahe, dass die Daten aus Deutschland stammen und das Abhandenkommen der Daten sehr wohl unter die Regelungen des BDSG fällt.
Deutschen Callcentern bleibt nur zu raten ihre Mitarbeiter ausreichend auf die Einhaltung des Datenschutzes zu verpflichten und ein geeignetes Berechtigungskonzept zu etablieren, damit ein ungewollter Abzug der Daten nur sehr schwer möglich ist.
Auftraggeber, die Callcenter nutzen, unterliegen ab September 2009 einer erweiterten Kontrollpflicht. Sie müssen die Dienstleister regelmäßig auf die Einhaltung des Datenschutzes überprüfen. Hierzu zählt nicht nur die technische Sicherheit, sondern auch die organisatorischen Maßnahmen wie z.B. Mitarbeitersensibilisierungen.
