EU: Falsche Federn im digitalen Ententeich
Rubrik: NachrichtenT. Gawlick - 2B Advice GmbH - the privacy benchmark
Über die Chancen und Risiken von Twitter als Marketing-Tool
Twitter ist hip, cool und jugendlich – und seit dem cleveren Einsatz in der Wahlkampagne von Barack Obama auch noch mit dem Nimbus des Erfolgs gekrönt. Kein Wunder, dass immer mehr Unternehmen daran teilhaben wollen und versuchen, ihre Antwort auf die Twitter-Standardfrage „Was machst Du gerade?“ in ihre Öffentlichkeitsarbeit einzubinden. Grundsätzlich ist das nicht verkehrt, denn PR-Fachleute attestieren den 140-Zeichen-Kurznachrichten die richtige Kürze, um vom Adressaten vollständig gelesen zu werden. Weil die meisten eingestellten Twitter-Nachrichten von den persönlichen Befindlichkeiten einzelner Menschen handeln, haftet allen Tweets - sogar den kommerziellen - etwas persönlich-authetisches an und es lässt sich darüber eine ganz andere Kundennähe erreichen als mittels anonymer Newsletter.
Nicht zu unterschätzen ist jedoch das Risiko, dass sich prinzipiell jeder unter dem Namen einer Firma anmelden kann und falsche oder sogar diskreditierende Meldungen („digitale Enten“) verbreiten kann, denn nur die wenigsten Twitterer machen sich die Mühe, eine Meldung auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen. Im Gegenteil, je spektakulärer die Meldung, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand sie aufgreift und weiterverbreitet.
Twitter hat zwar zugesagt, ab dem Sommer 2010 bestätigte Nutzerkonten einzuführen, welche mittels eines Siegels bestätigen sollen, dass der Username auch wirklich zu der Person gehört, unter deren Namen die Nachrichten erscheinen. Die Verifizierung eines Accounts soll jedoch freiwillig sein, das Problem der unter falschem Namen lancierten „digitalen Enten“ wird dadurch also nicht gelöst.
Unternehmen bleibt daher vorerst nur, den Twitter-Kosmos daraufhin zu beobachten, ob und in welchem Zusammenhang der Firmenname genannt wird und ggf. in Diskussionen korrigierend einzugreifen.
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