D: Datenschutz und Effizienz sind kein Widerspruch - der Fall BA
Rubrik: NachrichtenR. Olschewski - 2B Advice GmbH - the privacy benchmark
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich mit einer Presse Info zum sog. „Datenskandal! Post soll Arbeitslosen-Briefe öffnen“ geäußert und festgestellt, dass Daten von Arbeitslosen und Kindergeldempfängern sicher sind, weil dem Datenschutz bei jedem Verfahrensschritt höchste Priorität eingeräumt wurde.
Die BA will Schritt für Schritt ihre Papierakten auf elektronische Akten (eAkte) umstellen, um damit an Effizienz zu gewinnen. Die Umstellung startet zunächst als Pilotprojekt. Kundenakten und eingehende Briefe werden in einem Scanzentrum digitalisiert, d.h. die eAkte wird das digitale Abbild der heutigen Kunden-Akte. Dabei arbeiten neben den eigenen Mitarbeiter auch Mitarbeiter des Scanzentrums an den Akten.
Der Datenschutz soll angeblich zu jeder Zeit sichergestellt sein, indem ein auf die Sicherungsbedürfnisse des Datenschutzes abgestimmter Verarbeitungsprozess eingeführt wurde. Sowohl der Workflow, wir die technisch-organisatorischen Maßnahmen eines wirksamen Datenschutzes wurden vereinbart. Das gesamte Verfahren wurde vor dem Start durch externe Zertifizierungsstellen abgenommen und der Bundesdatenschutzbeauftragte ist ebenfalls eingebunden.
„Der Einhaltung des Datenschutzes wird bei jedem Verfahrensschritt höchste Priorität eingeräumt“, betont Raimund Becker, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit. „Die Kundendaten befinden sich zu jeder Zeit in einem datengeschützten Kreislauf. Die persönlichen Daten der Arbeitslosen und Kindergeldempfänger sind mit der eAkte so sicher wie bisher.“
Wir haben das Verfahren nicht geprüft, und ob die Maßnahmen der BA einer gerichtlichen Überprüfung standhalten, bleibt abzuwarten. Nach einigen Aufgeregtheiten haben sich jedenfalls zwischenzeitlich die Gemüter beruhigt und es stellt sich heraus, dass Datenschutz und Effizienz beim Change Management kein Widerspruch sein müssen. Unternehmen sind gut beraten frühzeitig externe Datenschutzkontrollinstanzen einzubinden und bei den Betroffenen mit einer professionellen PR-Arbeit rechtzeitig für die notwendige Transparenz zu sorgen, wie der Datenschutz bei der Umsetzung realisiert wird.
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