D/EU: Datenschutz im Auto 1. Teil
Rubrik: NachrichtenR. Olschewski - 2B Advice GmbH - the privacy benchmark
Das Auto entwickelt sich immer mehr zum rollenden Netzwerk. Daher stellt sich die Fragen von Datenschutz und Datensicherheit.
Informatiker der Südkalifornischen Universität untersuchten die Sicherheit elektronischer Steuerungen in Kraftfahrzeugen. Sie stellten fest, dass sich über böswillige Eingriffe in die Fahrzeugelektronik moderner PKW zahlreiche gefährliche Aktionen auslösen lassen. Beispielsweise konnten die Bremsen deaktiviert werden und während der Fahrt die Zündung ausgeschaltet werden. Auch eine spontane Vollbremsung war durch externe Manipulation möglich.
Bisherige Experimente in diesem Zusammenhang konzentrierten sich auf die Verwundbarkeit der fahrzeuginternen Vernetzung etwa im Rahmen des verbreiteten Controller Area Network (CAN). Die Wissenschaftler haben nun den Datenaustausch zwischen CANbus-Controllern und den drahtlos angebundenen Reifendrucksensoren als eine Schwachstelle ausgemacht. Hiermit lassen sich sowohl irreführende Daten ins Auto einschleusen als auch Bewegungsprofile für das betreffende Fahrzeug per Funk aufnehmen.
Die Forscher konnten in die Datenübertragungen der Reifendrucksensoren mit einfachen Mitteln eingreifen und stellten fest, dass keinerlei Verschlüsselung zum Einsatz kommt und die Bordelektronik der untersuchten Autos den empfangenen Signalen blind vertraut.
Damit sind irreführende Hackerangriffe ebenso möglich wie andere Aktivitäten, um die Batterien der Sensoren leerlaufen zu lassen. Die Forscher konnten den Sensoren problemlos aus 10 Meter Entfernung lauschen – wenn sie einen Antennenverstärker nutzten, sogar aus 40 Meter Entfernung von einem stehenden Auto. Die so erhältlichen 32-bittigen IDs der Sensoren bieten damit eine ähnliche Möglichkeit, Autos im Straßenverkehr zu identifizieren und zur Erfassung von Bewegungsprofilen beizutragen wie die Videotechnik. Autofahrer können die Sensoren nicht deaktivieren und sind der Überwachung damit wehrlos ausgeliefert.
Bei der Auswahl der Firmenfahrzeuge sollte die Sicherheit der BUS Systeme durchaus eine Rolle spielen. Dabei ist zu bedenken, dass die Nutzung eines Fahrzeuges oft länger anhält als die Datensicherheit eines Systems vorhält. Ihr Datenschutzbeauftragter kann Ihnen sagen, worauf Sie achten müssen und auch an welchen Punkten weitere datenschutzrelevante Probleme beim Betrieb einer Fahrzeugflotte lauern.
Quellen:
www.heise.de/newsticker/meldung/An-der-Felge-erkannt-1057409.html
