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1.12.10

D: Neuromarketing und Datenschutz, Der Fall „Haspa“

Rubrik: Nachrichten
R. Olschewski - 2B Advice GmbH - the privacy benchmark

Bekanntermaßen grassiert überall die Datensammelwut. Warum das Sammeln von personenbezogenen Daten die Freiheit jedes Einzelnen gefährden kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Hamburg. Dort hat die Hamburger Sparkasse (Haspa) eingeräumt, mit dem Neuromarketinginstrument „Sensus“ gearbeitet zu haben.

Neuromarketing ist eine innovative Form Produkte zu vermarkten. Das Ziel des Neuromarketing ist ein besseres Verständnis der Zustände und Prozesse der Gefühle und Entscheidungsmuster im menschlichen Gehirn. Dadurch können Wissenschaftler eine Ableitung über die wahren Bedürfnisse und Wünsche von Konsumenten herleiten. Das Ziel der Forschung zum Neuromarketing ist es, die bislang unsichtbaren Zustände und Prozesse, welche die Entscheidung eines potenziellen Konsumenten für oder gegen ein Produkt steuern, zu erforschen und sie in Beziehung zu sichtbaren Verhalten zu setzen. So kann die Nennung von Schlüsselwörtern eine Verkaufsentscheidung beeinflussen, ohne dass dies dem Kunden bewusst ist.

 

Ist ein Zusammenhang durch entsprechende Untersuchungen einmal festgestellt, kann er auf eine Vielzahl von Personen/Kunden mit ähnlichen Parametern übertragen werden. Je mehr ein Unternehmen daher über seine Kunden weiß, umso gezielter kann es diese Kunden einschätzen und dann auf emotionaler und unbewusster Ebene ansprechen.

 

So hat laut Presseveröffentlichungen die Haspa ihre Kunden beispielsweise in "Hedonist" oder ein "Performer" eingeteilt und den Beratern psychologische Hinweise für das Kundengespräch gegeben. Beim „Bewahrer“ etwa sollten die Berater Ängste aufbauen, den „Performer“ gerne mal als Top-Kunden bezeichnen, und beim „Genießer“ konnte - so wörtlich - " mit leichtem Druck die Kaufentscheidung beeinflusst werden, um effektiver Aktien, Fonds oder Rentenversicherungen zu verkaufen.

 

Die Haspa lässt auf ihrer Internetseite mitteilen: "Obwohl Sensus im Interesse der Kunden ist, stellen wir es nun ein. Wir bedauern, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung zu Missverständnissen gekommen ist."

 

Wer seine Kunden besser verstehen will und daher ein differenziertes CRM-System mit verschiedenen Kundendaten und individuellen Hinweisen aufbauen möchte, kann dies durchaus datenschutzkonform tun. Hierbei wird in der Regel qualifizierte Beratung erforderlich sein. Von einer Kundenprofilbildung, welche gezielt das Unterbewusstsein abbildet, werden Datenschutzberater aber eher abraten.

 

www.haspa.de/Haspa/DieHaspa/Presse/Pressemeldungen/2010/Haspa_schaltet_Sensus_ab/Sensus.html

www.ndr.de/regional/hamburg/kontodaten107.html

 

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"Die Vereinheitlichung von Daten-
schutzprozessen im Konzern ist eine große Herausforderung.
2B Secure als weitestgehend
integriertes und Intranet-fähiges Tool hat uns sehr
geholfen, unsere Anforderungen
umzusetzen. Dabei hat uns
besonders gefallen, wie uns der
Hersteller bei der Umsetzung und
bei vielen Einzelfragen unter-
stützt hat, und wir freuen uns
auf eine weiterhin gute
Zusammenarbeit mit 2B ADVICE.
"
Dr. Barbara Kirchberg-Lennartz
Konzern-Datenschutzbeauftragte
Deutsche Lufthansa AG

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