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1.12.10

US: Wikileaks hilft den USA bei der Sensibilisierung auf den Datenschutz

Rubrik: Nachrichten
R. Olschewski - 2B Advice GmbH - the privacy benchmark

Die Vereinigten Staaten von Amerika standen dem europäischen Verständnis von Datenschutz bisher kritisch gegenüber. Dies war nach den Terroranschlägen und dem Irakkrieg nicht besser geworden, da das Sammeln von personenbezogenen Daten in den USA in der Folgezeit eher gesteigert und der darauf resultierende Datenpool immer größer wurde.

Die damit einhergehenden Risiken wurden offenbar unterschätzt. Diese Einstellung kann sich vielleicht zukünftig ändern. Das Bewusstsein für die Brisanz vertraulicher Daten, insbesondere solche mit personenbezogenen Daten, wie z.B. persönliche Mails, wird derzeit auf drastische Weise durch das Internetforum Wikileaks geschärft.

 

Wikileaks bezeichnet sich selbst als Internetseite für Whistleblowing. Ein Whistleblower ist ein Hinweisgeber, der Missstände, illegales Handeln oder allgemeine Gefahren, von denen er an seinem Arbeitsplatz erfährt, aus uneigennützigen Motiven bekannt macht. Bereits in der Vergangenheit hatte die Internetseite mit Bildern von fragwürdigen Militäreinsätzen auf sich aufmerksam gemacht und damit bei der Aufklärung der Umstände des Todes von 2 Journalisten von Reuters im Irak geholfen.

 

Wikileaks hat aktuell tausende von Dateien mit vertraulichen Daten ins Internet gestellt und damit der Regierung der Vereinigten Staaten einiges Ungemach bereitet. Eine Vielzahl von Personen wird offen genannt. Die Verantwortlichen der Seite nehmen dabei keine Rücksicht auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und so werden die individuellen Einschätzungen von Botschaftern oder anderen Regierungsstellen zu namhaften bundesdeutschen Politikern u.a. Kanzlerin Merkel oder Außenminister Westerwelle bekannt.

 

Umso überraschender ist es, dass der US-Verteidigungsminister erst jetzt mit technischen Maßnahmen zum Schutz ihrer vertraulichen Daten regieren will. So heißt es, dass zukünftig als geheim eingestufte Dateien so konfiguriert werden sollen, dass eine Speicherung auf USB Stick oder auf DVD nicht mehr möglich sein soll.

 

Unternehmen schützen sich vor ungewollten Veröffentlichungen, indem Sie frühzeitig im Unternehmen Ansprechstellen schaffen, welche es Hinweisgebern auch ohne breite Öffentlichkeit ermöglichen, Missstände und Fehlverhalten bekannt zu machen. Die Zugriffs- und Kopiermöglichkeiten von Dateien sollten zudem bereits technisch so eingeschränkt sein, dass das Übermitteln von tausenden Dokumenten unmöglich ist.

 

Quellen:

www.wikileaks.org

www.welt.de/politik/ausland/article11279455/USA-erhoehen-juristischen-Druck-auf-Julian-Assange.html

 

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Jan Wildau Datenschutzbeauftragter
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