D: Bundesbeauftragter will neues Datenschutz-Werkzeug einsetzen
Rubrik: NachrichtenM. Schröder - 2B Advice GmbH - the privacy benchmark
Der Bundesbeauftragte hat angekündigt ein neues Software-Werkzeug einzusetzen, um Datenschutzverstöße im Internet aufzuspüren. Die von dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie entwickelte Software mit dem Namen „Prividor“ soll insbesondere datenschutzrechtlich bedenkliche Techniken wie das Tracking oder das heimliche Auslesen der Browser-History automatisiert aufspüren.
Der Bundesbeauftragte hat angekündigt, mit diesem Werkzeug die Web-Auftritte der verantwortlichen Stellen, die in seinen Aufgabenbereich fallen, zu analysieren und bei festgestellten Verstößen entsprechende Maßnahmen folgen zu lassen. Aufhorchen sollten Web-Site-Betreiber, da der Bundesbeauftragte überlegt, nach einer erfolgreichen Testphase durch ihn selbst und die Aufsichtsbehörden, die Software kostenlos für die Allgemeinheit freizugeben. Sofern das Werkzeug zur Ermittlung von abmahnfähigen Verstößen taugt, könnte „Prividor“ für Anwälte eine erhebliche Arbeitserleichterung sein, wenn es um das Aufspüren von abmahnfähigen Verstößen im Internet geht.
Setzen die Aufsichtsbehörden der Länder das Werkzeug zukünftig konsequent ein, steigt hierdurch die Wahrscheinlichkeit, dass Datenschutzverstöße entdeckt und auch geahndet werden. Dass die Aufsichtsbehörden der Länder teils konsequent gegen den Einsatz von Tracking ohne wirksame Widerspruchsmöglichkeit vorgehen belegt das Beispiel der Aufsichtsbehörde Niedersachsen, die „mit harter Hand“ gegen einen Forenbetreiber vorging und ihn dazu veranlasste, die entsprechenden Module von seiner Internet-Seite zu entfernen.
Sollte die Software der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, kann sie ein gutes Werkzeug für verantwortliche Stellen sein, ihre eigene Web-Präsenz zu überprüfen und entsprechende Änderungen vorzunehmen. Die Software kann daher auch für betriebliche und behördliche Datenschutzbeauftragte von hohem Interesse sein, um die jeweilige verantwortliche Stelle umfassend zu beraten.
Quelle:
www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschutz-Tool-prueft-Rechtsverstoesse-im-Web-1215777.html
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